San Francisco, Hawaii, Los Angeles. Diese drei Stationen in Amerika standen heuer auf unserem Ferienprogramm. Für mich war es ein kleines Revival, denn eine ähnliche Tour hatte ich mit 16 Jahren (also eben erst mal…ha, ha, ha…) unternommen. Ich weiß noch genau wie geschockt ich damals über die unglaublich hohe Anzahl an wirklich dicken Menschen (das Wort fett schreibt sich echt schwer, wäre aber passender gewesen…) war. Damals hatte ich noch nie so viele Adipöse auf einen Haufen gesehen und alle in Bikini!! Auch auf unserer Hochzeitsreise vor 13 Jahren war das noch so. Wir hatten im Pazifik eine Kreuzfahrt unternommen und staunten über unsere Mitreisenden, die mühelos an der Wasseroberfläche trieben ohne abzusinken (was bei einem hohen Körperfettanteil durchaus möglich ist).

Amerika wandelt sich

Diesmal war ich gut vorbereitet und machte mich darauf gefasst, dass es im Flieger durchaus passieren kann, nur einen halben Platz zur Verfügung zu haben. Fehlanzeige. Weder im Flieger, noch am Strand. Kein einziger Adipöser. Nicht einmal besonders viele „Normal-Dicke“. Im Gegenteil. Der hoteleigene Fitnessraum war stets gut besucht. Morgens traf man sich beim Walken, Laufen oder Yoga. Am Frühstücksbuffet gab’s Mandelmilch, Porridge und jede Menge Früchte, ganz zu schweigen von einem Haufen Salat und Green Smoothies. Jede zweite Frau bestellte ihre Eier nur mit Eiweiß. Das ist ein großer Renner da drüben. ( Es hat denen wahrscheinlich noch nie jemand gesagt, dass das hochwertige Eiweiß im Eigelb steckt, aber ich glaube die fürchten sich immer noch so vor dem Cholesterin.) Keine überfüllten Teller, wie ich sie damals noch haufenweise beobachten konnte. Keine übergroßen Portionen. Selbst bei Starbucks kann man sich Naturjoghurt mit Obst, Chiapudding oder Rohkost kaufen. Und in einem 08/15 Cafe konnte ich pochierte Eier auf Quinoa bestellen.

Hat in USA etwa schon ein Umdenken stattgefunden? Glauben wir nur, dass Amerika dick ist und stimmt das gar nicht mehr? Ist man schon längst in der Umsetzung eines Healthy Lifestyles, wo wir immer noch das Bild des Fast Food liebenden Amerikaners haben?

Gut, gehen wir in die Analyse:

  1. Ein gesunder Lifestyle hängt vom Bildungsgrad und vom Einkommen ab

Dieser Zusammenhang lässt sich definitiv nicht bestreiten. Das ist drüben so und bei uns auch. Wir waren dort in guten Hotels unterwegs und da tummelt sich erfahrungsgemäß auch besser betuchtes und in der Regel damit auch besser gebildetes Publikum. Aber: damals waren die Hotels auch gut, aber die Leute trotzdem dick.

  1. Regionale Unterschied gibt’s auch in den USA

Während man bei uns in Österreich ein deutliches Ost-West Gefälle erkennen kann (die Vorarlberger sind nachweislich fitter, sportlicher und schlanker als die Niederösterreicher), tummeln sich die fitteren Amerikaner eher an der Ost- und Westküste, während der Zentralbereich am meisten mit der Figur zu kämpfen hat.

  1. Fitnessclubs gibt’s genug

Der Amerikaner hasst zwar offensichtlich jede Form von Alltagsbewegung, geht aber fleissig ins Fitnessstudio. Viele neue Fitnesstrends haben in den USA ihren Ursprung und Angebote gibt’s zahlreich und für jeden Geldbeutel. Die Kette LA Fitness findet man in Los Angeles quasi an jeder Ecke.  Und immerhin sind Arnold Schwarzenegger und die Grand Dame der Fitness Jane Fonda echte Ikonen.

  1. Aufklärungsprogramme greifen

Irgendwann kapiert’s jeder mal. Und schließlich legen sich die Amerikaner schon so lange ins Zeug um für Low Fat, Low Carb, Clean Eating & Co zu werben, dass man langsam die Früchte der Bemühungen ernten kann.

(Ach ja, an dieser Stelle möchte ich außer Diskussion stellen, ob Low Carb, Low Fat oder sonst irgendein Trend das Gelbe vom Ei ist, denn darüber gäbe es separat jede Menge zu schreiben.)

  1. Gesetz und Lebensmittelindustrie spielen zunehmend mit

Immerhin gibt es in USA Warnhinweise auf ungesunden Lebensmittel, jeder Starbucks schreibt die genaue Kalorienanzahl der Produkte auf die Preisliste und das Angebot an guten Lebensmitteln steigt. Von vegan bis glutenfree bekommt man für nahezu alle Bedürfnisse etwas. Und offensichtlich nehmen mehr und mehr Amerikaner diese Angebote auch in Anspruch.

Die In-N-out Burger-Kette bietet z.B. Protein-Burger ohne Brot an. (Fleisch & Co. sind einfach in ein Salatblatt eingewickelt).

  1. Die Nachfrage nach Bio steigt

Weiß bei uns schon wieder alter Hut ist, und dort total im Trend:  Organic Farmer Markets, wo regionale Bauer wirklich tolle Sachen anbieten. Natürlich alles nicht zu vergleichen mit Österreich, aber diesbezüglich leben wir ja sowieso im Paradies.

Alles in allem glaube ich, dass viele Faktoren zusammen kommen müssen, damit der Mensch bereit ist seine Gewohnheiten zu verändern. Vielleicht ist das in den USA ja jetzt der Fall. Und womöglich sind uns die Amerikaner da vielleicht schon bald wieder einen Schritt voraus. Wer weiß.

Mich würde natürlich brennend Eure Meinung interessieren. Viele von Euch waren schon drüben und konnten ihre eigenen Erfahrungen

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