Beiträge

,

Bikinifit in 4 Wochen? – Von Kohlenhydraten und Bikinifigur

Okay, ich weiß das Thema ist ein alter Hut und jedes Magazin schreibt jetzt drüber. Trotzdem steht mal wieder der Urlaub an und damit unweigerlich die Frage: Geht sich die Bikinifigur noch aus? Ich beschäftige mich nun schon so viele Jahre mit der Ernährung und auch mir stellt sich diese Frage jedes Jahr. Nicht dass ich generell unzufrieden wäre mit meiner Figur, im Gegenteil. Aber ein Bikini ist halt dann doch schonungslos und verhüllt quasi nichts. Da regt sich auch bei mir die Eitelkeit und irgendwie ist das doch menschlich, oder?  Den Sommer finde ich in diesem Zusammenhang doppelt schwer. Man genießt die lauen Abende am Balkon, das ein oder andere Glas Wein oder auch mal ein Eis. Nicht gerade das Paradeprogramm für perfekte Formen (na ja, wer will denn schon perfekt sein…) und die Bikinifigur.

Aber machen wir uns nichts vor. Jeder weiß, dass eine langfristige Ernährungsumstellung sinnvoll und das vorrangige Ziel eines jeden sein sollte, der mit ein paar Kilos zuviel zu kämpfen hat. In der Praxis sind es aber gerade die 3-4 Kilo, die jetzt zum Urlaub noch schnell runter müssen um zur Bikinifigur zu kommen.  Ein knackiges Training ist dabei das A und O, aber ohne ein paar zusätzliche ernährungstechnische Maßnahmen geht es auch wieder nicht. Also, was tun?

Hier mein Erste-Hilfe-Programm: 

Variante 1: Ich entscheide mich für eine strenge Diät oder Kur und ziehe diese gnadenlos durch. Dabei gibt es durchaus interessante und auch erfolgreiche Ansätze auf dem Markt, sei es das Stoffwechselprogramm metabolic balance oder die immer wieder schwer diskutierte HCG-Diät (auch unter dem Namen 21-Tage-Stoffwechselkur bekannt). Diese Variante funktioniert (bei Auswahl des richtigen Programms) für die Bikinifigur zweifelsohne gut. Hier stellt sich die Frage eher, ob ich derzeit bereit bin ein solches Programm durchzuziehen, oder ob die Verlockungen (erste Grillabende, etc.) nicht doch zu groß sind.

Variante 2: Ich setze Akzente und fokussiere mich auf ein paar Maßnahmen, die auch wirklich was bringen. Im Folgenden kommen meine persönlichen Tipps, die alle nicht neu, aber trotzdem wirkungsvoll auf dem Weg zur Bikinifigur sind. Ausschlaggebend ist dabei die Konsequenz in der Umsetzung. Diese muss keinesfalls 100% perfekt, aber eben so gut wie möglich sein.

 

  1. Zucker ist tabu

Dass Zucker in größeren Mengen unserem Körper schadet ist schon lange kein Geheimnis mehr. Er ist der Insulintreiber Nummer 1 und fördert damit die Gewichtszunahme wie kaum ein anderer Nährstoff. Ja, es gibt Zuckeralternativen, und sogar einige ganz gute (Kokosblütenzucker, Birkenzucker, Lucuma, …). Allerdings tut man sich keinen Gefallen, wenn man Kristallzucker einfach 1:1 gegen diese Alternativen tauscht. Denn nur wenn der Körper einige Zeit mal komplett vom Zucker runter ist, verlangt er auch nicht mehr so stark danach. Daher rate ich zu 2-3 komplett zuckerfreien Wochen (auch versteckten Zucker beachten) um danach Zuckeralternativen sinnvoll und in Maßen wieder einzubauen. Der Körper dankt es auf dem Weg zur Bikinifigur mit schnellem Gewichtsverlust.

 

  1. Weißmehl weglassen

Wer wirklich schnelle Erfolge erzielen möchte, lässt Weißmehl für diese Zeit komplett weg und reduziert auch das Vollkornmehl drastisch. Es gibt genügend andere Kohlenhydratquellen (Quinoa, Kartoffeln, etc.), die auch einen Sportler gut versorgen können. Zum Frühstück lieber ein Porridge oder ein Müsli mit Haferflocken, gesüßt mit geriebenen Äpfeln oder Beeren!

 

  1. Nur drei Mahlzeiten am Tag

Die meisten Menschen profitieren davon, wenn sie nur dreimal am Tag essen und die Zwischenmahlzeiten weglassen. Wenn schon naschen, dann Lebensmittel mit niedriger Blutzuckerwirkung (Nüsse, Rohkost, Obst in Maßen).

 

  1. Zweimal pro Woche eine 14-Stunden Pause

Vor allem Anti-Aging Papst Dr. Dr. Johannes Huber hat viel über die so genannte 14-Stunden Pause erforscht: unsere Wachstumshormone (da geht es um das Jungbleiben der Zelle), aber auch die Hormone, die unseren Fettstoffwechsel steuern, arbeiten einfach besser unter Nahrungskarenz – vor allem in der Nacht und im Besonderen in den Stunden rund um Mitternacht. Konkret bedeutet das: wer es schafft zwei- oder dreimal pro Woche die letzte Mahlzeit um 16 oder 17 Uhr zu sich zu nehmen um dann erst wieder um 9 Uhr zu frühstücken, betreibt nicht nur aktives Anti-Aging, sondern tut auch was für Figur. Diese Maßnahme hat sich auch bestens bewährt, um nach einer Diät das Gewicht zu halten.

 

  1. Natürliche Fatburner einbauen

Von Fatburner-Lebensmitteln darf man sich keine Wunder erwarten. Noch keiner hat signifikant durch Chili essen abgenommen. Aber in der Summe haben diese Lebensmittel trotzdem einen Effekt und unterstützen die anderen Maßnahmen. Zu diesen Lebensmitteln zählen neben Chili auch Ingwer, grüner Tee oder auch Kohlgemüse (man denke an die berühmte Kohlsuppe). Die Schalen von Krustentieren gelten aufgrund ihres Chitingehalts als natürlich Fettblocker, d.h. sie erschweren die Aufnahme von Fett aus dem Darm. Daher bieten sich kleine Krevetten, die mit Schale gegessen werden ebenfalls gut an.

 

  1. Basisch essen

Klingt banal, ist aber für die Bikinifigur enorm wichtig und sehr deutlich an klareren Gesichtszügen und strafferer Haut zu erkennen. Wer übersäuert ist, nimmt nicht ab. Dazu blockieren Säureablagerungen im Bindewebe viel zu sehr das gesamte Fettstoffwechselsystem. Daher heißt es jetzt Säurebildner einzuschränken. Wer auf Zucker und Weißmehl verzichtet, hat hier schon viel geschafft. Dann noch Finger weg von Fertigprodukten und Wurstwaren, und die halbe Miete ist geschafft. Wer besonders brav ist, reduziert auch Fleisch, Fisch und Käse und setzt hier konsequent auf Bio-Ware.

Dafür kommt viel Grünes auf den Tisch. Vor allem das Blattgrün der Wildkräuter tut hier gute Dienste. Aber im Grunde sind fast alle Obst-und Gemüsesorten gute Basenlieferanten. Ein Geheimtipp für Hartgesottene: die japanische Umeboshi Aprikose.

Hier findet Ihr noch ein paar Maßnahmen bei Übersäuerung.

 

  1. Achtung Obst

Gerade in dieser Jahreszeit neigt man dazu verstärkt Obst zu essen oder Smoothies zu trinken. Hier rate ich eindeutig zur Vorsicht. Obst ist gesund (und natürlich basisch) und enthält viele Vitamine, das steht außer Frage. Aber Obst enthält eben auch viel Trauben- und Fruchtzucker. Und beides ist schlecht, wenn man zuviel davon bekommt. Daher rate ich dazu pro Tag nicht mehr als 3 Stück Obst zu konsumieren. Am besten man greift zum Green Smoothie mit viel Grünzeug (halt Salat und so) drin.

 

  1. Eiweiß richtig einsetzen

Eiweiß als Baustoff der Muskelzelle ist enorm wichtig und sollte Teil einer jeden Mahlzeit sein, bei Bedarf durchaus auch ergänzt durch entsprechende Nahrungsmittelergänzung. (Hier kommt es sehr auf den individuellen Trainigsplan an.) Um den Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten, rate ich dazu Eiweißsorten pro Mahlzeit nicht zu stark zu mischen, denn wie schon oben angedeutet, sind viele Eiweißquellen Säurebildner. Hier sollte man unbedingt auf Qualität achten (gilt vor allem für Fleisch!). Vor allem, wenn der Eiweißbedarf sehr hoch ist, kann eine Ergänzung von Aminosäuren, z.B. in Kapselform durchaus sinnvoll sein um den ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt nicht zu belasten.

9. Suppentage einbauen

Wenn es mit der Bikinifigur eng wird, baue ich gern mal ein oder zwei Gemüse- oder Kohlsuppentage ein. Das funktioniert für einen kurzen Zeitraum sehr gut, spätestens ab dem 4.Tag muss man eine Eiweißquelle mitaufnehmen oder Aminosäuren in Kapselform zu sich nehmen. Bei der Kohlsuppe gibt es jede Menge Rezepte. Ich halte mich da auch gern an ein Rezept von Marion Grillparzer aus „33 Magische Suppen“ und variiere je nachdem was ich im Kühlschrank habe mit anderen Gemüsesorten und frischen Pilzen.

 

Bikinifigur und  Kohlenhydrate?

Natürlich fällt der Gewichtserfolg umso größer aus, je mehr ich darauf achte Kohlenhydrate einzuschränken (Gemüse ausgenommen). Hier kommt es jedoch sehr darauf an, welches Sportprogramm ich fahre. Je mehr (intensives!) Ausdauertraining, desto mehr Kohlenhydrate werden verbraucht. Und desto mehr Verlangen nach Kohlenhydraten wird der Körper auch entwickeln. Dieser Bedarf sollte auch gedeckt werden.

In der Praxis überschätzen jedoch viele Freizeitsportler den Kohlenhydratbedarf gewaltig und führen nach einem Training mehr davon zu als notwendig. Die Folge: man nimmt nicht ab. Hier rate ich dazu den eigenen Trainingsumfang wirklich kritisch zu hinterfragen und durchaus auch einmal auszutesten, ob man nicht mit weniger Nudeln und Co auskommt. Die ersten Tage muss sich der Körper oft umgewöhnen und ein verstärktes Hungergefühl stellt sich ein. Doch mit der Zeit programmiert sich der Körper quasi um und lernt früher in den Fettverbrennungsmodus zu wechseln. Das wurde sogar bei Intensiv-Ausdauersportlern schon eindrucksvoll belegt. Wer sich hier näher einlesen möchte, dem empfehle ich das Buch „Mehr vom Sport“ (Worm, Opoku-Afari).

Faustformel für Freizeit-Sportler:
Die Erfahrungswerte, die ich in den letzten Jahren während meiner Tätigkeit sammeln konnte, führen zu einer leichten Faustformel, die auf den Großteil der Freizeitsportler anzuwenden ist:

In Abnehmphasen empfehle ich maximal 2-3 kohlenhydratreiche Hauptmahlzeiten (wie Nudel- oder Reisgerichte) pro Woche, in Stabilisierungsphasen 3-5. Hier muss sicherlich jeder für sich selbst herausfinden, was die kritische Menge an verträglichen Kohlenhydraten ist. Hier gibt es genetische Unterschiede, die sich im Übrigen auch durch diverse DNA-Tests herausfinden lassen.

Eure Tipps? 

Natürlich gehört zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung noch einiges mehr und sicherlich habt Ihr auch noch den ein oder anderen Geheimtipp auf Lager. Ich bin jedoch überzeugt, dass allein diese Maßnahmen schon ausreichen und auf dem Weg zur Bikinifigur einen entscheidenden Schritt nach vorn macht, vorausgesetzt man ist konsequent.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Shapen und fit werden für die Bikinifigur!

 

ConnyPure

Schaut bei meinem Youtube Channel ConnyPure vorbei! Hier habe zum Thema passend genau das richtige Video Rezept für euch – Fisch im Bananenblatt gegrillt, total figurfreundlich und lecker.

,

Schräge Basenlieferanten: Umeboshi

Derzeit genieße ich jeden Tag eine Umeboshi Pflaume. Genau genommen kann man nicht wirklich von genießen sprechen, denn so richtig gut schmeckt sie natürlich nicht. Eigentlich schmeckt sie sogar ziemlich gruselig, vor allem wenn man das erste Mal reinbeißt. Und genau genommen ist es gar keine Pflaume (auch wenn sie als solches bekannt ist), sondern eine spezielle Aprikosenart, die über mehrere Monate in Salz und Shisoblättern eingelegt wurde.

Trotzdem bin ich fast süchtig danach und muss mich zusammenreißen es bei einer pro Tag zu belassen. Mehr sollte man nämlich gar nicht zu sich nehmen. (Warum weiß ich eigentlich selbst nicht so genau, werde der Sache aber noch nachgehen.*) Der Grund dafür ist ganz einfach. Sie tut mir nämlich verdammt gut. Ich leide seit einigen Jahren an Magenproblemen, die ich nur mit größter Mühe in den Griff bekomme. Seit ich Umeboshi entdeckt habe, geht’s wesentlich besser.

„Der blaue Diamant“

Kennengelernt habe ich Umeboshi durch meinen Zen-Meister Hinnerk Polenski.

Die fermentierte Aprikose ist nämlich aus der japanischen Klosterküche nicht mehr wegzudenken und dort fixer Bestandteil einer jeden Mahlzeit. In Japan wird sie auch „blauer Diamant“ genannt und ist wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile hochgeschätzt. Die Mönche profitieren vor allem von der verdauungsfördernden Wirkung. Die Umeboshi wirkt sich nämlich anregend auf die Peristaltik aus. Das sind die natürlichen Bewegungen des Darms. Mönche sitzen nämlich den ganzen Tag viele Stunden in Meditation, bewegen sich wenig und haben deshalb auch eine träge Darmtätigkeit.

YIN und YANG in perfekter Harmonie

Die gesundheitlichen Vorteile sind auf ein perfektes Yin Yang Verhältnis zurückzuführen. Umeboshi gilt daher als höchst ausgleichendes Lebensmittel und wird traditionell zu medizinischen Zwecken eingeführt. Auch bei Erkältungen soll sie aufgrund ihrer antiseptischen Wirkung helfen. Hier konnte ich allerdings noch keine Erfahrungswerte sammeln.

„Wenn Du Wasser trinken willst, nimm Umeboshi, dann wird Dein Durst aufhören“. (jap. Sprichwort)

Fakt sind die alkalischen Eigenschaften. Wenn der PH-Wert also mal ins Wackeln kommt und wir vor einem Übersäuerungsproblem stehen oder einfach unseren Säure-Basen-Haushalt stabilisieren wollen, ist die basische Umeboshi das Mittel der Wahl. Dafür verantwortlich sind eine Reihe von Mineralstoffen, die in der salzigen Frucht stecken, allen an voran Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor und Mangan. Angeblich können 10g Umeboshi die säurebildende Wirkung von 100g Zucker neutralisieren. Das heißt nach dem Kuchen zieht man sich gleich eine Umeboshi rein. (Damit vergeht die Lust auf ein weiteres Stück Kuchen sowieso…).

Wunderwaffe Umeboshi?

Darüberhinaus kann die kleine Salz-Aprikose noch einiges mehr. Sie wirkt als Antioxidans (Anti-Aging), fördert die Entgiftung und hilft wohl sogar bei Müdigkeit. Immerhin sagen das die aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen. Und die überschlagen sich wohl derzeit geradezu, denn jeder will die schon lang bekannten positiven Eigenschaften der Umeboshi bewiesen haben.

Making-of vom Dreh der schrägsten Basenlieferanten

Ich halte mich hier an den Grundsatz: Wenn was hilft, ist es mir egal wie viele Studien das bestätigen. Und was mir hilft, entscheidet mein Körper. Und der mag derzeit definitiv mehr von der salzigen Frucht.

Wo bekomme ich sie?

Umeboshi bekommt man im Bio-Supermarkt oder im Naturkostladen, meistens in der Japan-Ecke. Sie steht nicht im Kühlregal und muss auch erst nach dem Öffnen der Packung gekühlt werden. Entweder man genießt sie pur oder in Kombination mit Reis- oder Reisbällchen. Man kann aus Umeboshi auch eine Paste zum Würzen und Verfeinern herstellen.

Noch mehr basische Lebensmittel?

Umeboshi hat mit auf die Idee gebracht ein Video zu den schrägsten basischen Lebensmitteln zu drehen. Denn von solchen Superfoods, die gut für Magen und Säure-Basen-Haushalt sind, gibt’s tatsächlich noch mehr!

 

*Ich könnte mir vorstellen, dass diese Empfehlen daher kommt, weil die unreif geerntete Frucht sogar toxische Eigenschaften hat, die wohl erst durch den Fermentierungsprozess wieder ausgeglichen wird.

Übersäuerung und Säure-Basen-Balance

Als Dr. Alfred Pischinger 1953 das System der Grundregulation entwickelte, ahnte er sicher noch nicht, dass er bis heute den wichtigsten Erklärungsansatz zum Thema Säure-Basen-Gleichgewicht liefern sollte. Dabei war er seiner Zeit mit Sicherheit noch einiges voraus, denn in der 50er Jahren, mitten im wirtschaftlichen Aufschwung, war Übersäuerung vermutlich noch kaum ein Thema. Man begann gerade erst mit dem Ernährungswahnsinn. Fertigprodukte steckten noch in den Kinderschuhen, noch wurde frisch gekocht. Dennoch dürfte er geahnt haben, worauf wir zusteuern und beschäftigte sich mit dem wichtigsten unserer Säfte, dem Blut. Er war der Meinung, dass alle Krankheiten über das Blut entstehen, da es über seine vielen Kanäle Ausbreitungsweg für Giftstoffe sei. Dreh- und Angelpunkt seiner Theorie war der ph-Wert von Blut und Gefäßen.

Er skizzierte in diesem Zusammenhang folgende Zeichnung, die auch heute noch zur Veranschaulichung verwendet wird:

Das System der Grundregulation nach Alfred Pischinger

 Wie kommt es zur Übersäuerung? 

Man erkennt in Pischingers Grafik  einige wichtige Grundlagen, um die Thematik der Übersäuerung zu verstehen:

  1. Um Nährstoffe zur Zelle zu transportieren und Gift- und Abfallstoffe (inkl. freigesetzter Fettsäuren) abzutransportieren, gibt es Zu- und Ableitungen: die Arterien und Lymphbahnen.
  2. Weder Arterien noch Lymphsystem docken unmittelbar an der Zelle an. Die Nähr- und Abfallstoffe müssen vielmehr durch einen extrazellulären Bereich hindurch, den wir allgemeinhin auch als Bindegewebe bezeichnen.

Soweit so gut. Der Weg der Nährstoffe durch das Bindegewebe hindurch ist in der Regel auch kein Problem, solang dieser Bereich gut durchlässig und nicht verstopft ist. Nun stellt sich die Frage: kann dieser Bereich verstopfen und wenn ja, wie?

Machen wir einen Sprung und sehen uns wieder das Blut und dessen Konsistenz, im Speziellen den ph-Wert an. Dieser ist ein Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung. Der ph-Wert des Blutes MUSS immer leicht basisch sein und genau zwischen 7,35 und 7,45 liegen. (Kurze Wiederholung Chemieunterricht: Lösungen mit einem ph-Wert zwischen 0 und 7 werden als sauer bezeichnet, bei einem ph-Wert von 7-14 spricht man von einer basischen Lösung. Ein ph-Wert von 7 ist quasi neutral).

Würde der ph-Wert des Blutes diesen schmalen Korridor verlassen, hätte das den sofortigen Tod zur Folge. Nachdem unser Körper ein wirklich cleveres Kerlchen ist, hat er solchen Risiken ein ausgeklügeltes Puffersystem vorgeschaltet. Über mehrere Kanäle kann eine Übersäuerung quasi abgefangen werden. Das heißt: das Blut kann (zumindest zu Lebzeiten) niemals übersäuert sein!

Bevor wir uns diese Kanäle näher ansehen, werfen wir einen Blick darauf, wie es überhaupt zu einer sog. Übersäuerung kommen kann.

 

Was passiert bei Übersäuerung ?

Die Gründe sind recht vielschichtig und haben mit der Ernährung viel zu tun, aber eben nicht ausschließlich. Daher kann es durchaus sein, dass Personen, die sich eigentlich recht gesund ernähren, trotzdem mit Übersäuerungsproblemen zu kämpfen haben.

  1. Fertigprodukte

Man darf Fertig- oder sagen wir Convenienceprodukte heute nicht mehr alle in einen Topf werfen, denn es gibt inzwischen durchaus hochwertige und nährstoffreiche Lösungen aus der Packung, die zumindest einen gewissen Frischegrad aufweisen. Bedenklich sind vor allem Produkte, in denen zahlreiche Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker oder Zucker stecken. Als kleine Faustregel kann man sich merken: je länger ein Produkt aus der Packung haltbar ist, desto verdächtiger.

 

  1. Produkte mit viel Zucker, Weißmehl, Transfettsäuren, Arachidonsäure, etc.

Zucker und Weißmehl sind sicherlich mit die größten Übeltäter, wenn es um Übersäuerung geht. Je raffinierter, desto schlechter. Es gibt leider noch zu wenig Zahlen, wie sich z.B. Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft auf die Übersäuerung auswirken.

Oft vernachlässigt wird der Blick auf die sogenannte Arachidonsäure. Diese Omega-6 Säure ist zum Beispiel in Schweinefleisch oder Weichkäse, aber auch in einigen Ölsorten (z.B. Distelöl) enthalten. Neben der ungünstigen Wirkung auf unser Säure-Basen-Gleichgewicht fördert sie Entzündungen. Gerade Sportler sollten hier wachsam sein!

 

  1. Zu viel tierische Eiweiß

Jetzt wird es ernährungstechnisch gesehen spannend. Eiweiß ist ja eigentlich was Gutes. Der wichtigste Baustoff der Zellen, unerlässlich für die Bildung von Muskulatur, essentiell um dem Jo-Jo-Effekt vorzubeugen. Doch wie so oft, gibt es von jeder Medaille zwei Seiten. Eiweiß wird nämlich sauer verstoffwechselt. Dies gilt vor allem für Proteine, die reich an den säurebildenden Aminosäuren Methionin und Cystein sind. Es entstehen bei der Verstoffwechslung vor allem Harn- und Schwefelsäure. (Hier erkennt man einen wirklichen Vorteil von der vegetarischen Lebensweise: man isst in der Regel wesentlich basischer als Allesesser. )

Wann wird der Eiweißkonsum nun zum Übersäuerungsproblem? Vor allem dann, wenn man viele Eiweißsorten innerhalb einer Mahlzeit kombiniert!! Hinsichtlich des Säure-Basen-Gleichgewichts wäre demnach ein Grillteller (Rind, Huhn, Schwein, etc.) der ernährungstechnische Supergau.

  1. Zu wenig Vitalstoffe

Basenbildende Lebensmittel finden wir vor allem in der vitalstoffreichen Obst- und Gemüsewelt. Jeder Gemüseverweigerer wird daher unweigerlich hier ein Ungleichgewicht entwickeln. Besonders wichtig sind die basischen Mineralien Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium. Denn genau diese verbraucht der Körper, wenn er überschüssige Säuren puffern muss. Im Zweifel holt sich der Körper diese Mineralstoffe aus Knochen, Muskulatur oder Haut. Die Folge ist klar: bruchanfällige Knochen, Muskelabbau bzw. -probleme, schlecht versorgte und daher fahle Haut, usw.
Aber auch alles Grünzeug, allen voran Wildkräuter und Sprossen sind tolle Basenlieferanten!

 

  1. Hektisches und gestresstes Essen

Eigentlich müsste dieser Punkt gleich an erster Stelle stehen. Essen im Gehen, Essen am Schreibtisch mit der Aufmerksamkeit bei Facebook statt beim Kauen, Essen nach einem stressigen Meeting, ….

Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Denn wann isst man schon so richtig bewusst, nimmt jeden Bissen wahr und erfreut sich am Geschmack? Diese Situationen sind oft rar gesät, obwohl sie für die Körperbalance so wichtig wären. (Ich bin daher kein ausgesprochener Freund von Dinner Cancelling. Wann, wenn nicht am Abend, können wir eine Mahlzeit entspannt genießen?)

 

  1. Stress im Allgemeinen

Stress ist der größte Gesundheitskiller überhaupt. Das gilt auch für die Säure-Basen-Balance im Körper. Gerade emotionale Belastungen im Beruf, aber auch im Familiensystem wirken sich dramatisch auf den Körper aus. Damit oft einhergehende Schlafstörungen tragen ihr Übriges zum Dilemma bei.

 

  1. Zu intensiver Sport

Leichtes Ausdauertraining wirkt als positiver Puffer und verbessert die Säure-Basen-Balance. Bei intensivem Training ist das genau umgekehrt. Es entstehen verstärkt Säuren, wie z.B. die Laktatsäure, Essig- oder Harnsäure.

 Wer an dieser Stelle das Ganze nochmal erklärt haben möchte, der klickt einfach auf mein Video

auf meinen You-Tube Kanal ConnyPure: 

 

Puffern und Einlagern

Sieht man sich die Liste an, versteht man, warum Übersäuerung eines der zentralen Gesundheitsthemen unserer Zeit ist: man kommt dem einfach nicht oder nur sehr selten aus.

Um zu verstehen, wieso das zum Problem wird, kommen wir auf unser System der Grundregulation zurück:

Nochmal zur Wiederholung: das Blut muss unbedingt basisch bleiben. Ist dieses Gleichgewicht aufgrund der oben genannten Gründe gefährdet, treten folgende Puffersysteme in Aktion:

  1. Darm

  2. Niere

  3. Haut

  4. Lunge

  5. Bindegewebe

Darm, Niere, Haut und Lunge sorgen dabei für einen Abtransport von überschüssigen Säuren. Daher soll man viel (Wasser) trinken, sich um eine gute Verdauung kümmern, leichten Ausdauersport betreiben und ab und zu ein Basenbad nehmen oder in die Sauna gehen.

Alles, was dann noch an Säuren übrig bleibt, kann der Körper im Bindegewebe deponieren. Dieses dient quasi als kleine Säure-Müllhalde. Diese Säure-Ablagerungen werden allgemeinhin auch oft als Schlacken bezeichnet. Jetzt versteht man auch, wie es zu einer Verstopfung des Bindegewebes kommen kann. Wenn zu viele Müllhalden da sind, können die Nährstoffe nicht mehr ordentlich zur Zelle gelangen und die Abfallstoffe nicht mehr ordentlich abtransportiert werden. Das kann einerseits zu Krankheiten führen, aber zum Beispiel auch das Abnehmen dramatisch erschweren: die (freigesetzten) Fettsäuren können dann quasi einfach nicht raus.

Wenn bei der nächsten Diät über Tage und Wochen einfach nichts weitergehen will, sollte man diesbezüglich wachsam werden und mal einen Blick auf den eigenen Säure-Basen-Haushalt werfen. Auch Sportler bekommen einen Säureüberschuss in Form von Leistungseinbußen zu spüren. Bei Muskelkater spielen Säuren eine nicht unwesentliche Rolle. Muskelkater entsteht durch Mikroverletzungen, quasi feine Risse in der Muskulatur. Erst durch die Einlagerung von Säuren in die kollagenen Fasern der Muskulatur verlieren diese ihre Stabilität und Elastizität und können reißen. Hier gilt: je regelmäßiger der Sport ausgeübt wird, desto geringer die Säurebelastung.

 

Folgen der Übersäuerung

Übergewicht, Leistungseinbußen, Immunschwäche sind schon genannt. Doch die Liste der möglichen Folgen eines gestörten Säure-Basen-Haushalts geht noch weiter. Im Zuge des Pufferprozesses muss der Körper überschüssige Säuren neutralisieren. Dafür benötigt er jede Menge basischer Mineralstoffe, die der Körper kurzerhand an anderen Stellen abzieht: aus Haut, Haaren, Nägeln, Zähnen, Sehnen, Bändern, Knochen oder Knorpeln. Damit steigt nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern auch, im wahrsten Sinne des Wortes, der körperliche Zerfall: brüchige Nägel, fahle und faltige Haut, Cellulite, usw.

 

Besonders gefährdet: der unvernünftige Sportler

Sportler, die intensiv trainieren ohne sich um eine basenbildende Ernährung zu kümmern laufen besonders Gefahr ihren Körper seiner Mineralien zu berauben und nachhaltige Schäden zu riskieren.

Coming next:

In meinem nächsten Artikel, der in wenigen Tagen erscheint schreibe ich über die Maßnahmen bei Übersäuerung. Am besten dranbleiben 🙂 !

Falls Ihr Infos zu guten Basen-Präparaten braucht, empfehle ich Euch auch die Pure life Website!

, ,

Die 10 größten Ernährungsirrtümer: Teil 6

Kein Glas Wasser zum Kaffee

Ich liebe das Ritual österreichischer Kaffeehäuser. Zu jeder Tasse gibt es ein Glas Wasser dazu. Ich habe keine Ahnung, ob man das macht, weil lange Zeit jeder dachte Kaffee würde entwässern. Tut er nämlich nicht. Ehrlich gesagt dachte ich das früher auch und habe sogar in meinem Buch darüber geschrieben. Ziemlich zeitgleich mit dessen Erscheinung mehrten sich die Studien die die entwässernde Wirkung widerlegen konnten. Im Gegenteil man kann Kaffee sogar zur täglichen Wassermenge dazu rechnen!
Sehen wir uns das genauer an: 84% von der Flüssigkeitsmenge des Kaffees werden wieder ausgeschieden. Beim Wasser sind es 81%. Also lediglich 3% mehr Flüssigkeit bleibt beim Wasser „drin“ und kann vom Körper verwendet werden. Und das dürfte wohl die maximal mögliche Differenz sein. Denn passionierte Kaffeetrinker schneiden sogar noch etwas besser ab. Es scheint als ob der Körper den regelmäßigen Kaffeekonsum besser toleriert als starke Schwankungen in der Menge.

Heißt das jetzt Bahn frei für Kaffee statt Wasser? Lieber nicht. Immerhin kann das Koffein in hoher Menge den Blutdruck beeinflussen. Auch zum Entgiften und  Entschlacken eignet sich Kaffee schlecht. Er gilt als starker Säure-Bildner und da wir aufgrund unseres Lebenswandels (Stress, hastiges Essen, falsches Essen, etc.) sowie schon zum Übersäuern neigen, trägt Kaffee noch mehr dazu bei. Beim Entgiften trinkt man deshalb so viel Wasser, weil der Körper quasi „geputzt und gewaschen“ werden soll.

Bleibt die Frage: wie viel Kaffee ist o.k.? Mediziner, wie z.B. der Nierenspezialist Prof. Mann raten die tägliche Menge von 5-7 Tassen nicht zu übersteigen. Ich selbst versuche auf jeden Fall immer bei max. 3 Tassen zu bleiben. Während einer Entschlackungsphase trinke ich gar keinen und fühle mich ehrlich gesagt damit sehr wohl.

Ach ja, es gibt ja noch ein weiterer Aspekt zum Kaffee: Thema Fettverbrennung. Koffein scheint tatsächlich – vor allem in Verbindung mit Sport und L-Carnitin – die Fettverbrennung ankurbeln. Gilt allerdings nur für Kaffee ohne Zucker. Die Tasse Espresso nach dem Essen hat also nach wie vor etwas für sich, nicht nur des guten Geschmacks danach wegen.

Vgl. auch:
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=463

http://www.n-tv.de/wissen/Kaffee-entwaessert-nicht-artcile26042.html