Jetzt heißt es abliefern: der Schreibprozess

Manchmal kommt es anders, als man denkt. 

Ich hatte  mir den Schreibprozess so wunderbar vorgestellt. Am Buch zu schreiben, dazwischen immer wieder einmal die Community an den Fortschritten teilhaben lassen, regelmäßige Postings und Blogartikel inklusive.

Nun ja, soweit die Vorstellung. Die Realität sieht dann doch etwas anders aus. Nachdem die Tinte unter meinem Autorenvertrag getrocknet war, traf ich mich noch einmal mit meinem Schreib-Coach Birgit Schreder-Wallinger. Wir überarbeiteten nochmals den Aufbau der Kapitel und sie gab mir ein paar abschließende Schreibtipps an die Hand. Damit war ich quasi auf mich allein gestellt.

Kreativität braucht ihren Raum

Die ersten Wochen vergehen und nichts passiert. Ich erkenne schnell, dass während einer normalen Arbeitswoche an Schreiben nicht zu denken ist. Die kurzen Zeitfenster genügen nicht, um mit dem Schreibprozess in den Flow zu kommen. Ich beschließe mitten im Frühlings-Lockdown zu verreisen. An einen einsamen Strand. Ich verordne mir täglich vier Stunden Schreibzeit und daneben etwas Corona-Urlaub. Es funktioniert. Jeden Tag schaffe ich ein Kapitel. Ich merke, wie wichtig es für die Kreativität ist, den Kopf frei zu haben. Kreativität braucht eben Raum und Zeit. Leider geht’s nach einer Woche auch schon wieder zurück.

Kein Schreibprozess ohne Struktur

Die freien Schreibzeiten muss ich mir erkämpfen und so manche Wochenend-Aktivität fiel dem Rendez-Vous mit meinem MacBook zum Opfer. An zusätzliche Blog-Artikel ist nicht zu denken. Mein Home-office ist beklebt mit Schreibanleitungen, Ideen und Strukturen. Manchmal werfe ich einen Blick drauf. Meistens bin ich jedoch froh, überhaupt erstmal in den Schreibflow zu kommen. Trotzdem gewöhne ich mir langsam eine Routine an. Jedes Kapitel entsteht erst auf einem Mindmap. Hier sammle ich meine Ideen und versuche eine Struktur in das Kapitel zu bekommen. Am Folgetag wird ins Reine geschrieben. Ich merke, wie wichtig es ist, „einfach rauszuhauen“. Zu schreiben, ohne darüber nachzudenken. Verbessern kann ich später immer noch, denke ich mir.

In den Endspurt

Im Juli geht’s nochmal eine Woche mit der Familie in den Urlaub. Da kann ich wieder richtig Meter machen. So zumindest meine Theorie. Klappt so recht und schlecht.

Danach bleiben noch knappe sechs Wochen. Anfang September ist Abgabe. Zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich über den verregneten August.

Kurz vor dem Ziel der Schock

Eine Woche vor dem Abgabetermin führe ich die einzelnen Kapitel zu einem großen Dokument zusammen. Dann der Schock. Ich bin über 80 (!) Seiten zu lang. Ich vereinbare einen Termin mit Anna Sulik. Sie betreut mich beim Goldegg Verlag und ist eine echte Perle. Schonend versucht sie mir beizubringen, dass ich die vorgeschriebene Zeichenanzahl nicht überschreiten solle. Das ist das erste Mal während des ganzen Schreibprozesses, wo ich kurz die Nerven wegwerfe. Rein innerlich natürlich, denn anmerken lasse ich mir natürlich nichts.

Doch wo ein Ziel, da muss es auch einen Weg geben. Und so übe ich mich auf den letzten Metern nocheinmal einer Disziplin, von der ich im Buch so viel schreibe: dem LOSLASSEN.  

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