Essen im Zen Geist

Viele Meditierende berichten, dass sich im Laufe der Zeit ihr Ernährungsverhalten ganz automatisch geändert habe. Weg von Fertigprodukten und Fleisch, hin zu mehr Gemüse und vitalstoffreichen Lebensmitteln. In der Tat verbessert die Praxis der Meditation nicht nur unsere Körperwahrnehmung, sondern führt automatisch zu mehr Achtsamkeit im Alltag. Das Bewusstsein für einen gesunden Körper steigt, ohne eine bestimmte Diät ausüben zu müssen. Meditation hilft quasi dabei zum eigenen Wohlfühl-Manager zu werden. 

 

Kochen ist Meditation im Alltag

Der große japanische Zenmeister Dogen Zenji (1200 – 1253) erachtete das Kochen als eine wichtige Zen-Übung im Alltag. Er vertrat sogar die Meinung, dass jeder Zenmeister in seinem Leben einmal die Funktion des Tenzos (Koch im Kloster) übernommen haben sollte, da kaum eine andere Tätigkeit unsere Achtsamkeit und das Wahrnehmen des Augenblicks besser schule als Kochen. In der Tat zählt Kochen zu einer wunderbaren Gelegenheit um „Zen im Alltag“ zu üben. Es gilt dabei alle Ablenkungen auszuschalten und sich ausschließlich auf die Tätigkeit „nur Gurke schneiden“ oder „nur Salat waschen“ zu konzentrieren. 

Auch das Essen selbst bietet eine spannende Übungsmöglichkeit. In einem Zen Kloster werden die Speisen üblicherweise in Schweigen eingenommen. Viele Teilnehmer eines Sesshins (Meditations-Retreat) berichten darüber, wie bewusst die Lebensmittel plötzlich wahrgenommen werden, wie langsam gegessen wird und wie stark die Wahrnehmungsfähigkeit dafür ansteigt, was guttut und was nicht. Man braucht kein Kloster, um diese Übung zu praktizieren. Bei den meisten von uns bietet sich dreimal pro Tag die Gelegenheit dafür. Hier ein paar Anregungen für den Alltag:

Tipps für achtsames Essen

  • Während des Essens auf sämtliche Ablenkungen verzichten. Keine Zeitung, kein Fernsehen, kein Handy. 
  • Einmal pro Tag eine Mahlzeit in Schweigen einnehmen. 
  • Sich für jede Mahlzeit an einen Tisch setzen und die Mahlzeit bewusst als solche zelebrieren. 
  • Versuchen jede Geschmackskomponente bewusst wahrzunehmen. Fragen dich hinterher: was genau habe ich gegessen? 
  • Nach dem Essen in den Körper hineinspüren und sich fragen: Wie fühle ich mich jetzt? 

Ihr werdet sehen, dass ihr mit der Zeit ein sehr gutes Gespür entwickelt, welche Lebensmittel euch Energie schenken und welche euch Energie rauben. 

Experiment: Essen im Dunkeln

Ich möchte Euch an dieser Stelle noch zu einem kleinen Experiment einladen. Es geht um einen Rückzug der Sinne, zumindest jener, die man fürs Essen nicht benötigt. Vor ein paar Jahren nahm ich an einem „Dinner im Dunkeln“ teil. Ein gesamtes Menü im stockdunklen Raum, serviert von blinden Kellnern. Als Ernährungsexpertin war ich überrascht, wie unfähig wir alle waren, die Speisen zu identifizieren. Es war eine höchst spannende und erkenntnisreiche Aufgabe, die zu einer eklatanten Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit geführt hat. Ihr könnt diese Übung auch problemlos selbst durchführen, indem ihr euch beim nächsten Mal, wenn ihr bekocht werdet, einfach die Augen verbinden lasst. Je weniger ihr im Vorfeld über das Essen wisst, desto spannender der Effekt. 

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